Volles, kräftiges Haar gilt als schön und kann positiven Einfluss auf das Selbstwertempfinden haben. Vor allem Männer haben allerdings verstärkt mit Haarausfall zu kämpfen. Wer damit nicht zurecht kommt und unter dem ausgehenden Haar leidet, sollte sich daher nach Möglichkeiten der Abhilfe umsehen. Wer sich dafür nicht unter das Messer legen und eine langwidrige und nicht langfristige Haartransplantation vornehmen lassen möchte, für den sind Perücken ideal. Sie können den individuellen Wünschen von Dichte über Länge bis Farbe angepasst werden und geben einem das angenehme Gefühl von Schönheit und Jugend. Im Folgenden sollen kurz die Hintergründe zu Perücken, ihre Geschichte und ihre Einsatzgebiete vorgestellt werden.
Die Geschichte der Perücken reicht weit zurück ist aber nicht sehr gut belegt. So gab es bereits im alten Orient und in Ägypten Perücken. Techniken und Anwendungsbereiche sind aber weitestgehend unbekannt. Ihren Siegeszug in Europa begann die Perücke im Römischen Reich. Kult wurde sie jedoch im 17. Jahrhundert als der Sonnenkönig Ludwig XIV begann, eine Perücke zu tragen. Von nun an war sie Symbol des höfischen Lebens und durfte nur von hochrangigen Bürgern getragen werden. Der Trend war teilweise so groß, dass sogar eine Perückensteuer eingeführt wurde. Als es dann zur Französischen Revolution kam, war die Begeisterung für Perücken jedoch schon wieder am abflauen und nur noch bestimmte Berufsgruppen wie Richter trugen Perücken. Bis heute ist eine Begeisterung für Perücken nicht mehr vorhanden sondern sie werden fast ausschließlich aus kosmetischen Gründen getragen.
Wer eine Perücke tragen möchte, steht vor einer Vielzahl an Möglichkeiten. So können Perücken entweder aus Kunsthaar oder aus Echthaar gemacht werden. Letzteres erhält man vor allem aus ärmeren Ländern. Hier haben die Menschen die Möglichkeit, sich durch den Verkauf ihrer Haare etwas Geld zu verdienen. Je nach Anlass kann das eine besser geeignet sein als das andere. So werden sich Menschen, die unter Haarausfall leiden oder durch eine medizinische Behandlung die Haare verloren haben, eher für Echthaar entscheiden, da das natürlicher aussieht. In Theaterproduktionen oder auf dem Laufsteg kann es manchmal aber auch unerheblich sein, ob die Perücke echt aussieht. In diesem Fall wäre Kunsthaar ausreichend.
Die Anbringung der Perücke kann ebenfalls auf viele Arten erfolgen. So kann das Kunsthaar mithilfe von einem Spezialklebstoff oder Klebebändern so am Kopf befestigt werden, dass es jedem Wetter standhält und sogar zum Schwimmen verwendet werden kann. Eine Alternative besteht darin, dass die Perücke direkt mit dem Eigenhaar verwoben wird. Dies sieht am natürlichsten aus ist aber auch am aufwendigsten.
Wichtig ist, dass die Perücke dem eigenen Kopf möglichst perfekt angeglichen ist. Wenn die Perücke verrutscht oder schief aussieht, erkennt man sofort, dass es sich nicht um das eigene Haar handelt. Daher sollte die Fertigung und Anbringung einer Perücke immer durch eine ausgebildete Fachkraft erfolgen. Dies beinhaltet immer auch eine professionelle und umfassende Beratung. Die Nachfrage an Perücken wird immer größer und da versuchen auch Laien schnelles Geld zu verdienen. Ähnlich wie viele Hersteller von Haarwuchsmitteln locken sie ihre Kunden mit großartigen Versprechungen, die sie aber nicht halten können. Am Ende sind die Kunden dann mit der Perücke nicht zufrieden, obwohl sie teures Geld dafür bezahlt haben.
Eine Perücke kann in der Regel so lange getragen werden, wie ihre Natürlichkeit anhält. Allerdings sollte man in regelmäßigen Abständen eine Haarpflege vornehmen lassen, die sowohl die Kopfhaut schont als auch das natürliche Erscheinungsbild unterstützt.
Natürlich ist es nur ein Verständnis von Ästhetik, welches sagt, dass man langes und dichtes Haar haben muss. Aber viele Menschen finden sich in diesem Verständnis wieder und fühlen sich hässlich, wenn sie ihm nicht entsprechen. Vom rein biologischen Gesichtspunkt her ist die Anzahl an Haaren also vollkommen unerheblich. Doch psychologisch kann durch den Verlust der Haare kann das Selbstwertgefühl leiden und es kann im schlimmsten Fall zu Depressionen kommen. Nicht zuletzt aus diesem Grund werden die Kosten für eine Perücke anteilig von den Krankenkassen übernommen.
Eine Perücke ermöglicht es einem Menschen, vollkommen normal am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die meisten Menschen wollen kein Mitleid für ihren Haarausfall. Auch dass eine Chemotherapie nötig war, will niemand an die große Glocke hängen. Wer jedoch auf einmal keine Haare mehr hat, zieht automatisch Blicke auf sich und provoziert Fragen. Eine Perücke kann das verhindern und somit die Privatsphäre der betroffenen in gutem Maße sicherstellen.
Man kann sagen, dass Perücken gesellschaftlich anerkannt sind. Wenn sie professionell gemacht sind, wirken sie ja auch natürlich und fallen gar nicht auf. Doch selbst wenn, ist eine Perücke kein Grund für Spott oder Ekel. In der Regel leiden die Betroffenen vielmehr unter ihrem Haarausfall, als dass andere tatsächlich schlecht über sie denken. Eine Perücke hilft ihnen jedoch mit dieser Situation umzugehen, sei sie nun real oder nur in ihrem Kopf.
Insgesamt gesehen sind Perücken ein sehr hilfreiches Instrument in der ästhetischen und psychologischen Gestaltung einer Person, die in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens eingesetzt und akzeptiert werden.