Haare färben
tönen und colorieren


Kaum eine Frau ist mit ihrer ursprüngliche Haarfarbe zufrieden. Zum Glück sind die Haare ein Teil des Körpers der ohne große Aufwand, beliebig oft und ohne Schmerzen verändert werden kann. Das Tönen und Färben der Haare ist problemlos und verändert für eine Weile den Typ. Aber während die Tönung eine zeitlich begrenzte Sache ist, sollte das Färben der Haare genau überlegt werden, denn einmal gefärbt gibt es kein zurück mehr und die Farbe bleibt für eine lange Zeit im Haar.

Bei einer Tönung wäscht sich die Farbe nach einigen Haarwäschen wieder heraus, bei einer Färbung muss man Geduld haben, bis die Farbe heraus gewachsen ist.

Schon vor 5000 Jahren färbten Menschen sich die Haare. Die Pharaonen im alten Ägypten puderten ihr Haare mit Goldstaub, um sie zu blondieren. Ihre Priester färbten die Haare mit Henna rot oder mit Indigo blau, um ihre Stellung zu verdeutlichen. Im alten Rom war es normal, die Haare mit Safran, Ziegenfett oder Eigelb zu färben.

Erst 1818 brach das moderne Zeitalter des Haarfärbens an. Der französische Chemiker Louis- Jacques Thénard entdeckte, das Wasserstoffperoxid die Haare auf Dauer bleicht. Allerdings entdeckte er auch, dass bei dieser Form des Blondierens die natürlichen Haarpigmente zertört wurden. Das kümmerte die Frauen wenig. Endlich gab es einen Weg aus einem Mausgrauen Kopf eine Platinblonde Mähne zu machen. Wahrscheinlich wäre ohne die Entdeckung Thénards Marilyn Monroe Norma Jean Baker geblieben und hätte nicht in Hollywood Karriere als Vorzeigeblondine gemacht.

In der heutigen Zeit werden Haare faktisch immer noch nach demselben Prinzip gefärbt, aber es gibt heute Möglichkeiten, dass Haar nicht mehr so nachhaltig zu schädigen.

Zum Färben der Haare werden heute meist Oxidationsfarben benutzt, die zwei Komponenten enthalten, zum einen die sogenannten Farbstoffvorstufen und zum anderen ein Oxidationsmittel auf der Basis von Wasserstoffperoxid. Vor dem auftragen auf die Haare werden diese miteinander vermischt. Beim Auftragen auf die Haare beginnt der eigentliche chemische Prozess. Das Wasserstoffperoxid dringt in die Haare ein und zerstört teilweise die Farbpigmente, gleichzeitig bauen die farblosen Farbstoffvorstufen neue Farbmoliküle zusammen. Diese werden so groß, dass sie das Haar nicht mehr verlassen können, bei der Haarwäsche bleibt die Farbe im Haar. Da das Haar in der ursprünglichen Farbe wächst, muss der Ansatz nachgefärbt werden.

Wer sich nicht der Prozedur eines kompletten Färbens unterziehen will, kann beim Friseur oder auch zu Hause einzelne Strähnchen färben. In einer Packung sind neben den Färbemittel auch eine Haube und ein dünnes Stäbchen. Nach dem Waschen wird die Haube auf das nasse Haar gezogen und mittles des Stäbchens oder einer sehr dünnen Häkelnadel, einzelne Strähnen herausgezupft. Dann wir die Farbe aufgetragen. Das Ergebnis ist eine attraktive Aufhellung der Haare.

Um bei grauen Haare die naürliche Farbe wieder herzustellen, gibt es Naturtoncremes die ähnlich wie eine Färbung funktionieren. In den Haaren werden aber keine Farbstoffe eingelagert, sondern die künstlichen Vorstufen des Pigments Melanin. Durch den Sauerstoff in der Luft werden die natürlichen Pigmente des Haares aktiviert. Das Ergebnis ist erst nach einigen Tagen sichtbar und nur für Menschen mit dunklem Haar geeignet. Hellblonde Haare färben sich durch Naturtoncremes grün oder gelb.